Dr. Peter Achten, Hauptgeschäftsführer, Handelsverband Nordrhein-Westfalen e. V.
Jede Stadt ist zugleich Lebens- und Funktionsraum. Während Bewohner ein attraktives Wohnumfeld mit ausreichend Ruhe und Raum für Begegnung suchen, interessieren sich Kunden und Besucher für gute Einkaufsmöglichkeiten, gastronomische und kulturelle Angebote. Der Einzelhandel hingegen benötigt Möglichkeiten des schnellen Transfers von Gütern. Von daher muss es darum gehen, zukunftsweisende stadtverträgliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Bedürfnissen von Bewohnern, Besuchern und Wirtschaft gleichermaßen genügen.
Der Landeswettbewerb „Ab in die Mitte!“ hat in den vergangenen zehn Jahren ermöglicht, dass in zahlreichen Städten und Gemeinden innovative Ideen zur Belebung der Innenstädte umgesetzt werden konnten. Besonders hervorzuheben sind dabei Ansätze und Aktionen, in denen die Kommunen gemeinsam mit dem lokalen Einzelhandel die Servicequalität für die Bürger und Verbraucher – und damit die Kundenbindung an die gewachsenen Zentren – erheblich gesteigert haben.
Die innerstädtischen Zentren stehen in ihrer politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung und Entwicklung vor großen Herausforderungen. Gerade im Interesse des Einzelhandels kommt es darauf an, die Bedingungen in den Innenstädten nachhaltig zu verbessern, das Angebot vielfältiger und attraktiver zu machen. Aber: Alle Profiteure müssen auch begreifen, dass sie zu Akteuren werden müssen, wenn die europäische Stadt den gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen gewachsen sein soll.
„Europäische Stadt“ – laut Max Weber ist diese besondere Form von Stadt vor allem von zwei entscheidenden Merkmalen geprägt: Marktwirtschaft und Selbstverwaltung. Das gemeinsame Ziel aller Beteiligten – Land, Kommune, Einzelhändler, Gastronomen und Immobilienbesitzer – muss daher heute sein, öffentliche Geldmittel durch privates Kapital zu ergänzen und umgekehrt. In dieser Hinsicht war „Ab in die Mitte!“ von Beginn an richtungweisend, ist es auch zehn Jahre später noch – und wird es bleiben.
